Daniel Glattauer – Mama, Jetzt Nicht!: Kolumnen aus dem Alltag

Ich kannte Daniel Glattauer bis jetzt nur dem Namen nach. Ich wusste ja noch nicht mal, dass er eine Kolumne im Standard schreibt, geschweige denn dass er Österreicher ist. Das hat man davon, wenn man fast nur englische Literatur liest und dem deutschen Sprachraum mehr oder weniger den Rücken zu wendet. Hätte es das ebook nicht gratis auf amazon gegeben, wäre ich wohl nie darauf gestoßen. Seine Romane sagen mir natürlich schon etwas, aber bis jetzt habe ich noch keinen gelesen.Das könnte sich aber bald ändern.

Wie gesagt, ich kannte die Kolumne vorher nicht, daher waren mir alle Texte neu und ich wusste auch nicht, über was genau Daniel Glattauer so schreibt. Bei Kolumnen habe ich persönlich immer die Angst, dass es zu politisch wird. Hier ist das zum Glück gar nicht der Fall, denn die Artikel handeln von ganz alltäglichen Dingen, teils wirklich von Geschichten, wie wir sie alle schon mal erlebt haben. Ich habe mir da ein paar Beispiele markiert (ist ja super einfach mit dem kindle), bei denen ich schmunzeln musste: 

  • Wieso sagt man im Büro “Mahlzeit”, obwohl man gar nicht isst? Das habe ich mich auch schon oft gefragt!
  • Wieso sagt man “Grüß Gott”, wer soll denn Gott grüßen? Auch den Gedanken hatte ich schon, wobei ich “Guten Tag” aber definitiv nicht bevorzuge.
  • Wie faltet man den Beipackzettel eines Medikaments richtig wieder zusammen? Also ich schaffe das eigentlich nie…
  • Ist man alt, wenn man etwas zweimal oder öfters erzählt? Nun ja, ich bin 24 und mir passiert das ständig😀
  • Und jeder kennt es wohl wenn die Mama dem Kind den Dreck mit der Spucke aus dem Gesicht wischt? Ja, auch dazu gibt es einen lustigen Artikel.

Dazu kommt, dass es natürlich etwas ganz besonderes ist, wenn es dabei um Geschichte aus dem eigenen Land bzw. sogar der eigenen Stadt kommt. Herr Glattauer ist ja sogar in meinem Nachbarbezirk geboren. Es gibt viele Bücher, die sich auf solche Geschichten aus Deutschland konzentrieren, aber aus Österreich ist das dann schon mal was anderes. Wobei ich mir gut vorstellen könnte, dass es auch für Deutsche seinen Reiz haben könnte, um Mal zu lesen mit welchen Banalitäten wir Ösis zu kämpfen haben😉. Die Art, wie diese Kolumnen aus dem Alltag erzählt werden, ist auch nicht zu verachten. Daniel Glattauer schreibt mit sehr viel Humor ohne es ins Lächerliche zu ziehen. Man liest die Ironie förmlich heraus, aber man hat nie das Gefühl, dass er etwas wirklich böse meint.

Dadurch dass das Buch eine Aneinanderreihung von Artikeln aus der Kolumne ist, kann man es sowohl als Ganzes oder auch Stück für Stück lesen – den Anschluss verliert man hier ja nicht. Es wird aber auch nicht langweilig, so dass man unbedingt eine Pause braucht. Obwohl es mir schon so vorkam als wären die ersten Artikel lustiger als die späteren. Aber alles andere wäre ja auch kontraproduktiv, und es kann auch nicht jeder Artikel jeden gleich ansprechen. Trotzdem muss ich dafür einen Stern abziehen, denn gegen Ende habe ich immer sehr schnell auf die Taste zum Blättern geklickt.

, , , , , , , , , ,

  1. Monthly report: May « Marimirl's Books

Comment...

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: